<R 1986c>

Germanistik.
27. 1986. S. 518.

Ortner, Hanspeter; Ortner, Lorelies: Zur Theorie und Praxis der Kompositaforschung. Mit e. ausführlichen Bibliographie. – Tübingen: Narr (1984). 406 S. 8° = Forschungsberichte des Instituts für deutsche Sprache. Bd. 55. Br. DM 76,–

Dieser Band ist aus dem DFG/IdS-Projekt ›Kompositionen und kompositionsähnliche Strukturen‹ hervorgegangen und dient als Projekt- und Forschungsbericht in einem. Die weiteren Projektergebnisse sollen in Handbuchform als Bd. 4 der Deutschen Wortbildung unter dem Titel Nominale Kompositionen und kompositionsähnliche Strukturen. Kompositabildungen – Typen und Tendenzen in der Gegenwartssprache erscheinen. Um diesen Band zu entlasten, bietet das vorlieg. Werk einen ausführlichen Forschungsbericht über Fragen der Definition und Abgrenzung von Nominalkomposita (T. I) und über Beschreibungsaspekte (T. II), dem eine umfangreiche Bibl. folgt. In T. I werden zunächst generelle Eigenschaften von Komposita besprochen, anschließend geht es um spezifische Eigenschaften einzelner Bildungen, vor allem um die Frage der Abgrenzung Kompositum vs. Zusammenbildung, Affixoidbildung etc., um Probleme, die vor allem mit der Lexikalisierung zusammenhängen, und um Bildungen mit morphologischen Besonderheiten. In T. II, »Beschreibungsaspekte«, wird zunächst die sprachstrukturelle Seite der Komposition (Graphie, Morphosyntax, syntaktische und semantische Klassifizierung) behandelt, sodann kommen die pragmatischen Aspekte der Usualität, der Frequenz, der Kontextbeeinflussung zur Sprache. Eine vergleichende Übersicht über von verschiedenen Autoren vorgeschlagene Systeme der semantischen Klassifikation von Komposita (gut 70 S.) beschließt den Textteil (dem – ärgerlicherweise nicht als Fußnoten plazierte – 640 Anm. folgen).

Wilfried Kürschner, Osnabrück-Vechta